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Baja California - La Paz & Cabo San Lucas

Bevor es zurück in den kalten deutschen Winter geht, hieß es noch einmal Sonne tanken. Okay, zugegebenermaßen haben wir hier in Guadalajara seit gut 3 Wochen auch nur noch Sonnenschein und wolkenlosen Himmel bei bis zu 28 Grad, aber irgendwie fehlen Strand und Meer.

 

Die Wahl für meine letzte Reise in Mexiko fiel auf Baja California und ich sollte sie zu keiner Zeit bereuen. Flüge und Ho(s)tels gebucht und dann ging es am 06.12. los mit der Ryanair-Mexikos: Vivaaerobus, low-cost Airline vom feinsten, aber immerhin angekommen. Hätte gerne Bilder davon gezeigt, jedoch wurde ich beim Fotografieren am Flughafen erwischt und musste diese umgehend löschen. Spricht schonmal für die Airline...

  Immerhin dennoch angekommen in La Paz, wo wir die ersten 4 Tage verbringen sollten. 2 Tage Hostel, 2 Tage Hotel. Das Hostel hat seinen Zweck voll und ganz erfüllt: Gemeinschaftsdusche und -bad, Bett und ein Dach über dem Kopf, nicht mehr und nicht weniger - für den Preis aber okay. Leider war in La Paz beängstigend viel los. Genau so viel, dass die Bars noch vor Mitternacht wegen gähnender Leere schlossen. Immerhin das John Lennon Tribute Konzert hat sich echt gelohnt, was wir zufällig auf einem Werbeplakat tagszuvor während unserer Mountainbike-Tour gesehen haben. Stichwort Mountainbike-Tour: Da es in La Paz selbst nicht wirklich schöne Strände gibt, entschieden wir uns, Fahrräder zu mieten und die Küste abzufahren. Gesagt, getan, Ziel war ein ca. 25km entfernter Strand. Zwischendurch machten wir immer mal wieder halt an verschiedenen kleineren Stränden, um Fotos zu machen und uns zu stärken. Leicht mit der Zeit verkalkuliert, kamen wir nachmittags schließlich nach 25km am Playa Tecolote an. Leider aber ziemlich spät und müde von der Tour und wie sollten wir jetzt noch zurück kommen, schließlich würde es in einer Stunde dunkel werden. Also ab an die Straße, Daumen raus und per Anhalter fahren. Und tatsächlich, nach einiger Zeit stoppte ein Truck. Auf einmal stiegen 4 Mexikaner aus der Fahrerkabine aus, die am Lachen, wir am Lachen - kurze Verständigung auf Spanisch und ab auf die Ladefläche. Einfach klasse, diese Hilfsbereitschaft. Highlight (oder Klischee?), dass wir kurz vor La Paz erst einmal an einem Truck-Stop Halt machten und es eine Runde Tequila für alle gab.

 

Ein weiteres Highlight war dann noch die Bootstour zu den Seelöwen und Walhaien. Sehr beruhigend, wenn der Kapitän sagt, man könne mit denen schwimmen, solle sich aber nicht zu nahe nähern. Und wenn Baby-Seelöwen nach einem schnappen, solle man einfach nichts machen, da sonst die Mutter-Tiere kommen würden. Hier ging mir schließlich das erste Mal die Pumpe, wenn plötzlich aus dem nichts ein 2,50m Seelöwe an einem vorbeschwimmt. Dieses Gefühl, zwischen Faszination, Begeisterung und Angst wurde dann noch von den Walhaien getoppt. Mit bis zu 12m die größten Fische der Welt. Diese kommen zum Essen in den Gulf of California und stehen dabei mit offenem Maul senkrecht im Wasser, um Wasser einzusaugen und Plankton zu filtern. Für den Menschen aber völlig ungefährlich. Also auch wieder ins Wasser und mit denen geschwommen. Und dann dieser Schockmoment, wenn man von oben nur das (ohnehin schon) große Maul sieht und dann unter Wasser schaut, wo man das Tier im ganzen sieht. Eines war sogar so groß, dass ich noch nicht mal die Flosse sehen konnte. Wahnsinn!

 

Nach 4 Tagen La Paz ging es dann weiter per Bus nach Cabo San Lucas, an der Südspitze von Baja California. Abends im Hard Rock Cafe gespeist und am letzten uns verbleibenden Tag zum Playa del Amor übergesetzt, die südlichste Spitze. In Cabo San Lucas war auch deutlich mehr los und gefühlt befand ich mich eher in den USA als in Mexiko. Alle Schilder und Werbeplakate auf Englisch, jeder spricht dich auf Englisch an und die Clubs und Restaurants ähnelten schon sehr dem amerikanischen Stil. Aber immerhin war was los hier =) Leider hatten wir nur noch 2 Tage hier, sodass wir uns tagsdrauf schon wieder auf den Weg zum Flughafen machen mussten. Für 27 Pesos (knapp 1,50 Euro) gute 40km mit dem Bus, was ein Schnäppchen! Zurück mit der Abenteuer-Fluglinie Vivaaerobus. Noch vor dem Check-In wird jeder Koffer per Hand durchwühlt und alles umgedreht. War mir aber ja bereits von meiner Cancun-Reise in Guadalajara bekannt. Neu allerdings, dass sie selbst das Haarspray aus dem Koffer genommen haben und als verbotenen Gegenstand weggeworfen haben. Für den günstigen Flugpreis sollte man halt nicht zu viel erwarten, und dennoch gab es in Guadalajara 2 Gratis Platzrunden vor der Landung. Einmal wegen einem anderen Flieger auf der Piste und beim zweiten Mal mitten im Anflug wieder durchgestartet. Gab schon ein mulmiges Gefühl, aber im dritten Anlauf (oder besser gesagt Anflug) dann endlich gelandet.

 

Jetzt bleiben keine 3 Tage mehr in Guadalajara und ich zähle langsam schon den Countdown mit einem lachenden und einem weinenden Auge =)

Fußball, Lucha Libre und Semesterende

Der Auslandsaufenthalt neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen, noch aber bleiben viele Dinge auf meiner To-Do-List, die ich hier unbedingt noch sehen möchte. Immerhin zwei davon konnte ich in den letzten Wochen abarbeiten.

 

Mehr oder weniger spontan erfuhr ich vom Spiel der Fußball-Unimannschaft der Universidad de Guadalajara (Leones Negros), die zurzeit in der 2. mexikanischen Liga spielen. Ebenso spontan war die Entscheidung, ins Estadio Jalisco zu fahren (Kapazität 56.000, 3. größte in Mexiko). Leider kann man keine Karten im Internet bestellen und im Uni-Shop war morgens eine riesige Schlange, um an die Karten zu kommen. Also auf gut Glück zum Stadion gefahren, den Schwarzmarkt-Angeboten widerstanden und am Ticketschalter Stehplatzkarten für umgerechnet 8 Euro gekauft. Gute Investition! Nicht nur, da die Leones Negros die Aufstiegsplayoffs der Hinrunde gewonnen haben, sondern auch, da ich 2x im Fernsehen interviewt worden bin. Auch wenn ich keine Ahnung über das Fußballteam hatte, war es dennoch lustig. Ebenso lustig, wie die ganzen Mexikaner im Stadion abgehen: "Putoo... Cabron! Pendejo! Maricon!" Mindestens genauso wichtig wie das Spiel, wird auch die "Action" neben dem Spielfeld und auf den Tribünen genommen. Dann kann auch schonmal die ganze Kurve einem Mädel hinterherrufen, das gerade durch die Reihen läuft. Ähnliches Bild auch beim Lucha Libre, der mexikanischen Version des Wrestlings. Auch hier hat sich neben dem Spektakel im Ring ein ähnliches auf den Rängen abgespielt. Das Wrestling an sich war bis auf die akrobatischen Flugeinlagen eher mehr oder weniger schlecht gespielt, aber nichtsdestotrotz eine lustige Sache, die man mal gesehen haben muss. Zurück ging es übrigens im Party-Bus durch die Stadt.

 

Was sonst noch passierte?

Das Semester ist zu Ende uuuuunnnnnnddddd *TROMMELWIRBEL* ich hab endlich meinen Studentenausweis am letzten Tag bekommen, meine Abschlussarbeiten abgegeben und mich von den Dozenten verabschiedet: High-Five!

Jetzt bleiben noch 2 Wochen Zeit für die restlichen Sachen, die ich hier noch besichtigen will, sowie für meine letzte Mexiko-Reise nach Baja California und eine Abschiedsfeier, bevor es endgültig zurück nach Deutschland geht.

La Huasteca Potosina

Nach mehrwöchiger Abstinenz, hier ein neuer Blog-Eintrag:

 

Vom 15.-18.11.2013 machten wir uns auf den Weg nach Huasteca Potosina, eine Region im Westen des Landes geprägt von Regenwäldern, Wasserfällen und Flüssen, gute 750 km von Guadalajara entfernt. Dementsprechend langatmig war auch die Busfahrt. 12h brauchte der gute Busfahrer auf der Hinfahrt, nachdem er 2h in Guadalajara rumgeirrt ist. Letztlich aber am Samstagmorgen gut und sicher, wenn auch leicht übernächtigt, angekommen. Jedoch noch nicht im Hotel, sondern gleich am ersten Ausflugsziel: Micos del Rio. Entlang eines Flusslaufes mehrere Wasserfälle bis zu 7 Meter Höhe runterspringen, sich von der Strömung treiben lassen und wieder springen. Hat auch richtig Spaß gemacht, bis auf die Tatsache, dass wir zwischendurch ewig im Wasser warten mussten und dieses nicht gerade warm war. Im Anschluss daran stand das Rafting auf dem Programm. Natürlich ließen wir uns mit unserem "deutschen" Boot die Wasserschlacht gegen die anderen Boote nicht nehmen - ebenfalls ein toller Spaß! Nach einem seeeeehhhhrrr langem Tag ging es dann endlich gegen 18 Uhr abends ins Hotel, von dem ich nach meinen Erfahrungen vom Hotel in Guanajuato echt positiv überrascht war. Sauber, groß, modern, mit Swimmingpool und gutem Essen. Abends dann noch eine gelungene Party - wie könnte es auf Integrate Fahrten auch anders sein - ehe es eeennnddlliiicch ins Bett geht. Leider klingelte nach wenigen Stunden bereits der Wecker, eindeutig zu wenig Schlaf, aber trotzdem hieß es raus aus den Federn und ab zum Castillo de Edward James. Ein britischer Multimillionär und Landschaftskünstler, der dort in Mexiko seinen Lebenstraum in einem Art überdimensionalem Skulturengarten mit mehreren Figuren, Häusern und weiteren Skultpuren errichtete. Ebenfalls Teil davon, eine freistehende Wendeltreppe, die auf der einen Seite hoch- und auf der anderen wieder runterging. Wahnsinn, aber ich hab mich nicht getraut, ganz auf und ab zu laufen. Nachmittags besichtigten wir noch den 105m hohen Cascada de Tamul. Leider jedoch nicht mit dem Boot, sondern mit Bus, Jeep und zu Fuß. Zwar war der Wasserfall echt beeindruckend, doch 2h im Bus, 1h im Jeep und 1/2h zu Fuß (und das gleiche im Dunkeln auch wieder zurück) war dann echt des Guten zu viel. Erlebnisreich allerdings auch die Fahrt mit dem Jeep: Stehend auf der Ladefläche ging es im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein und gefühlt kein einziges Schlagloch wurde ausgelassen. Nach insgesamt 7h Busfahrt für 10 min Wasserfall sehen waren wir abends endlich wieder im Hotel. Kurzes Ausruhen, Essen, Party, kurzes Schlafen und wieder klingelte der Wecker viel zu früh am nächsten Morgen. Sachen packen und auf zur Puente de Dios. Ein Flusslauf mit Wasserfällen und -grotten inmitten des Dschungels. Noch eine kurze Abkühlung und aus 5m Höhe ins Wasser gesprungen, ehe es zurück nach Guadalajara ging. Optimistisch freute ich mich noch auf die Ansage des Busfahrers, um 24 Uhr wieder zurück zu sein, was einer Fahrzeit von 8h entsprochen hätte. Letztendlich waren wir um 04:30 Uhr wieder da, nachdem wir auf einen anderen Bus mit Panne warten mussten und der Busfahrer seinen Schlüssel der Tankklappe an der Tankstelle vergessen hatte. Endlich Zeit zum Schlafen? Leider nicht, 2 Red Bull und Kaffee und noch 3h für die Klausur um 9 Uhr morgens gelernt. Diese war dann sogar erstaunlich gut gelaufen, auch wenn ich jetzt (mal wieder) die Folgen der Klimaanlage in Form einer Erkältung auskuriere. 

 

Was im November sonst noch passierte? Jede Menge Arbeit für die Uni. Präsentationen, Klausuren und Abschlussarbeiten. Dazu noch ein Kongress der Wirtschaftswissenschaften mit 3 Workshops und ein sogenannter Negomarket, bei dem ich mit meiner Gruppe etwas kochen musste. Hat die Jury derart begeistert, dass wir als beste Gruppe ausgezeichnet wurden, bedeutet volle Punktzahl für 1/3 der Abschlussnote =)

Und: Noch 2 Wochen, dann ist auch das 5. Semester zu Ende, ehe noch ein wenig Zeit zum Reisen bleibt und es dann nach Deutschland zurückgeht. Wie die Zeit vergeht!

Bilder-Update (Oktober)


Let's go to the beach! Sayulita & Puerto Vallarta

Letztes Oktober-Wochenende und noch ein wenig Zeit, bis der Uni-Alltag im November in die entscheidende Phase geht: So, let's go to the beach!

 

Mit insgesamt 9 Leuten von unserem Haus machten wir uns mit 2 Mietwagen letzten Donnerstag auf den Weg an die Pazifikküste. Knapp 300km von Guadalajara entfernt und gut 4h Fahrt bis zu unserem ersten Stopp: Sayulita. Ein kleines Dorf direkt am Meer, sehr verschlafen und kaum Tourismus, dafür aber ein Paradies für Surfer.  Unsere Unterkunft, ein Hostel, für knapp 12 Euro die Nacht, war erstaunlich gut und modern eingerichtet. Trotz 12-Bett-Zimmer konnte ich sogar erstaunlich gut schlafen, ehe wir noch den nächsten halben Tag in Sayulita am Strand verbrachten. Eigentlich wollten wir noch surfen gehen, leider aber war das Meer am Vormittag noch zu ruhig, sodass es sich nicht gelohnt hätte. Stattdessen liehen wir kleine Bodyboards aus, die ihren Zweck voll und ganz erfüllten, und wir hatten dennoch unseren Spaß mit der Brandung.

 Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Puerto Vallarta, ca. 1h mit dem Auto entfernt und weitaus mehr vom Tourismus geprägt. Dort hatten wir abermals ein Hostel für die kommenden 2 Nächte gebucht und genossen nach unserer Ankunft noch die letzten Stunden am Strand. Da Puerto Vallarta fast nur vom Tourismus lebt, wird man an jeder Ecke von irgendwelchen Leuten angesprochen, die Tagesausflüge oder Souvenirs verkaufen oder einen ins nächste Restaurant locken wollen. Natürlich alles zum besten Preis und jeder ist dein Freund. Gut aber, wenn man die Verkäufer gegeneinander ausspielen kann und wir somit noch einen Rabatt für den Tagesausflug nach Isla Marietas aushandeln konnten. So ging es am nächsten Morgen früh aus den Betten und rauf aufs Schiff. Wollten anfangs noch alle 9 von uns mit, schafften es am morgen selbst jedoch nur 4 mit zum Ausflug. Die restlichen 5 Landratten blieben lieber noch in ihren Betten liegen. Nichtsdestotrotz, für mich hat sich der Ausflug mehr als gelohnt. Nach knapp 2h Fahrt mit dem Schiff erreichten wir die Isla Marietas, waren Schnorcheln und danach noch am "Playa del Amor". Ein Strand, der nur schwimmend vom Meer aus zu erreichen ist und auch nur, solange das Wasser nicht zu hoch steht, da man durch eine Art Höhle schwimmen muss, um zum Strand zu gelangen. Zurück auf dem Schiff erwartete uns dann das Mittagessen und die Open Bar. Ein weiteres Highlight noch auf der Rücktour, als wir Delfine und Schildkröten in freier Wildbahn im Meer direkt neben unserem Boot sehen konnten. Zurück in Puerto Vallarta noch die letzten Sonnenstrahlen genossen und einen Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch angeschaut. Abends dann (muss auch mal sein) einen auf klassischen Tourist gemacht, die Promenade entlang gelaufen und Souvenirs gekauft, ehe wir nachts noch einen der zahlreichen Clubs unsicher machten. Zum Glück hatten wir danach dank Zeitumstellung eine Stunde länger zum Schlafen.

Für den letzten Tag entschieden wir uns, mit den Autos in eine abgelegene Bucht außerhalb von Puerto Vallarta zu fahren. Gute Entscheidung, ein echter Geheimtipp! Abseits vom Tourismus entspannten wir noch die letzten Stunden am Strand und hatten das erste Mal an dem Wochenende eine Abkühlung von den Temperaturen um die 35 Grad, da in die Bucht auch ein Fluss mit Bergquellwasser mündete. So war das Meer in der Bucht an einer Stelle erfrischen kühl mit Süßwasser und nur wenige Meter weiter gefühlte 10 Grad wärmer mit Salzwasser. 

 

Mit 6h hat die Rückfahrt leider noch einmal länger gedauert als geplant und dementsprechend müde kamen wir gegen 23 Uhr in Guadalajara an, aber insgesamt ein super Kurzurlaub, bevor der Uni-Alltag wieder ruft.

 

Nevado de Colima (oder: Deutsche Temperaturen auf 4330 Metern)

Samstag, 19. Oktober, 04:30 Uhr und der Wecker klingelt. Nach einer (viel zu) kurzen Nacht hieß es früh morgens aufstehen, Wanderschuhe anziehen, Rucksack packen und vorbereiten für den Tagesausflug auf den Nevado de Colima, schließlich war um 05:45 Uhr der Treffpunkt angesetzt. Noch halb verschlafen machten wir uns also auf den Weg (ohne nicht noch vorher beim Frühstück die letzten Party-Heimkommer aus dem Haus zu begrüßen), in der Hoffnung, noch einige Stunden Schlaf auf der gut 3-stündigen Busfahrt nachzuholen. War aber nur bedingt erfolgreich, da der Bus den letzten Teil der Fahrt ca. 1 Stunde lang den Berg hochfuhr und uns auf ca. 3800 Metern absetzte. Leider war die Straße gepickt mit Löchern wie in einem schweizer Käse, was für Mexikaner aber nicht heißt, dass man deswegen langsam fahren muss. Eine Achterbahnfahrt ist nichts dagegen, aber immerhin war ich am Vortag nicht feiern - die Fahrt wäre sonst sicherlich noch abenteuerlicher geworden. Ausgesetzt auf 3800 Metern hatten wir dann die erste Möglichkeit, den Nevado de Colima aus der Ferne zu betrachten und uns mit unserem "Gegner", den es heute zu erklimmen galt, vertraut zu machen. Leider war dieses Erlebnis erst einmal mit 2 Schocks verbunden: 1.) Aus dem Bus heraus sah der Sonnenschein draußen ja noch ganz angenehm aus. Nicht aber, wenn man draußen Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad zu spüren bekommt. Immerhin das bewährte Zwiebelprinzip angewendet (da ich hier absolut keine Klamotten für solche Temperaturen habe) und 3 T-Shirts und Pullover übereinander angezogen - läuft!. 2.) Die Luft war auf einmal ziemlich dünn. Man versucht zu atmen und hat das Gefühl, einfach keine Luft zu bekommen. Ein erster Vorgeschmack auf das, was uns noch erwarten sollte.

 Schließlich ging es noch ein Stückchen weiter mit dem Bus (die "Straße" ähnlich schlecht wie vorher), ehe wir uns auf die fast 3-stündige Wanderung machten. Eine Wanderung war es jedoch nur anfangs - und selbst da musste ich alle paar hundert Meter stoppen, da man ständig das Gefühl hatte, keine Luft zu bekommen - später war es dann mehr eine Klettertour. Über felsiges Gelände ging es die letzten paar hundert Höhenmeter nach oben, was nicht minder an den Kräften zehren sollte. Schließlich aber erreichten wir doch alle den Gipfel und hatten knapp 2h Zeit, um uns auf 4330 Metern auszuruhen, die deutschen Temperaturen von 5 Grad zu "genießen" und um über den Wolken Bilder zu machen.

Der Abstieg sollte zwar schneller von der Hand gehen, war aber nicht minder gefährlich. Gerade auf dem felsigen Teilstück des Abstiegs traten wir immer wieder auf lockere Felsbrocken, die zu rutschen begannen und es war wirklich oberste Vorsicht geboten. Immerhin hatte ich beim Abstieg - erstaunlicherweise - kein Problem mehr mit dem Sauerstoff, sodass wir nach knapp 2h wieder alle beim Treffpunkt am Bus ankamen und die Rückfahrt in Angriff nehmen konnten. Erneut eine teilweise Achterbahnfahrt, die seinesgleichen sucht, und auch besonders lustig, da der Bus bergab ja noch schneller über die Schlaglöcher und Bodenwellen fahren kann. Immerhin waren wir gegen 21 Uhr wieder zuhause, erschöpft aber glücklich und mit jede Menge Bildern im Gepäck. Dachte ich zumindest, bis ich die Kamera an den PC anschloss und keine Dateien auf der Speicherkarte finden konnte, na super. Bilder hole ich mir aber noch von den anderen und reiche sie dann nach.

Halbzeit!

Die Zeit rennt und mit Blick auf den Kalender habe ich festgestellt, dass vorgestern schon Halbzeit meines Mexiko-Abenteuers gewesen ist. Zeit, meine Eindrücke in einem kurzen Halbzeitfazit festzuhalten.

 

Wusstest ihr schon...

 

...dass ich jetzt seit 66 Tagen in Mexiko bin und nur noch 62 Tage vor mir habe

...dass ich immer noch keinen Studentenausweis habe

… dass ich deswegen fast 2h umsonst zur Uni hin und zurück gefahren bin

...dass nach 2 Monaten jetzt auch "Arbeit" für die Uni anfällt: Klausuren, Präsentationen und Reports

...einem der Einkauf immer in Einkaufstüten gepackt wird

… dass man deswegen auch mal 15 min an der Kasse anstehen muss, weil die Leute das einfach derart langsam einpacken

...Mexikaner im Bus grundsätzlich innen sitzen (wohl aus Angst vor Überfällen) und so immer einige Plätze frei bleiben

... dass das ganze Transportsystem mit den Bussen eine einzige Katastrophe ist

... dass es hier auch deutsches Bier zu kaufen gibt. Eine Flasche aber so teuer ist wie ein Sixpack in Deutschland

... dass man als großer, blonder Europäer überall angestarrt wird

... dass das Wetter sich jetzt langsam bessert und wir keinen Regen mehr haben

… dass ich als Gruppenarbeit in einem Kurs ein „Gebäude“ aus Strohhalmen und Marshmallows bauen musste

…dass ich mir in 3 meiner 4 Kurse jetzt nur noch Präsentationen anhöre

… dass unser Pool zurzeit derart dreckig ist, dass sich fast schon Leben darin entwickelt

… dass wir aus dem Grund ein Planschbecken fürs Dach gekauft haben

… dass ich eigentlich in einer ganz guten Gegend wohne, aber die Nachbarn uns nicht so ganz mögen

… dass aus dem Grund ein Nachbar die ohnehin schon 3m hohe Mauer um 2m erhöht hat, ein anderer Steine wirft und sogar schon eine Scheibe getroffen hat und ein dritter Nachbar immer die Polizei ruft

… dass meine Dozentin völlig erstaunt war, weil ich neben Spanisch ja auch Englisch sprechen kann

… dass uns nach jeder Party irgendwelche Sachen aus Kühlschrank und Speisekammer geklaut werden

… dass ich deswegen alles in meinem Zimmer einschließe

… dass wir seit ein paar Wochen keine funktionierenden Lautsprecherboxen mehr im Haus haben und es seither erstaunlich ruhig ist

… dass die Abflugzeit für meinen Rückflug schon zum dritten Mal geändert wurde

… ich am Samstag deutsche Temperaturen zu spüren bekomme

… dass ihr danach lesen könnt, wie das möglich ist ;-)

 

Gut Ding will Weile haben

Gut Ding will Weile haben, nach knapp 2 Monaten habe ich jetzt (endlich mal) eine Vorauswahl meiner inzwischen über 2000 Bilder getroffen und hoffe, euch mit dieser Auswahl einen möglichst interessanten, guten und umfassenden Eindruck von Mexiko und meinen Erlebnissen geben zu können. Leider musste ich die Bilder ziemlich komprimieren, da nicht genügend Speicherplatz zur Verfügung steht. Ich hoffe, ihr könnt trotzdem alles erkennen! =)

 

Cancún - ein Paradies auf Erden

Der letzte Eintrag ist schon mehr als 2 Wochen her und bevor mein Blog verstaubt, hier ein weiteres Update von mir aus Mexiko.

Was ist seitdem passiert? Nun ja, die Uni-Wochen gehen hier zum Glück schnell vorbei, ebenso stand die ein oder andere Feier an. Im Großen und Ganzen aber nichts besonderes, will euch hier ja nicht langweilen. Nur soviel, dass es ab nächster Woche das erste mal ernst wird. Klausur, Präsentation und noch 3 Reports schreiben. Ansonsten wird wohl der November mit mehreren Präsentationen und einem Kongress sowie Anfang Dezember studientechnisch am anstrengendsten.

 

Abgesehen davon will ich aber auch weiterhin noch so viel wie möglich in Mexiko erleben und sehen. Da kam die Einladung eines befreundeten Mexikaners gerade zur rechten Zeit, Anfang Oktober für 5 Tage nach Cancún (Yucatan-Halbinsel am Karibischen Meer, ganz im Osten des Landes) zu fliegen. 5 Tage, 5 Sterne, All Inclusive. Spontan 2 Wochen vorher den Flug gebucht und los gehts!

Und die Reise hat sich echt mehr als gelohnt!

Zum Flug: Erstaunlicherweise auf dem Hinflug kein einziges Mal nach einem Ausweis oder Pass gefragt worden - weder am Check-In, noch an der Sicherheitskontrolle und auch nicht am Boarding Gate. Dafür aber musste jeder noch vor dem Check-In seinen Koffer öffnen, der dann von Sicherheitsbeamten durchsucht wurde. Privatsphäre gleich Null, aber gut, immerhin dient's der Sicherheit. Ebenso lustige Anekdote auf dem Rückflug: In Cancún am Flughafen läuft einer als Parfümflasche verkleidet herum und macht die Leute vor der Sicherheitskontrolle darauf aufmerksam, dass man keine Flüssigkeiten mitnehmen darf. Lustige Abwechslung zu den immer ernsthaften Anweisungen des Sicherheitspersonals, was man sonst gewöhnt ist. 

Zum Hotel: Riu Palace Peninsula, unser Zimmer im 15. Stock, direkter Meerblick - Wahnsinn. Ebenso wie die ganze Zona Hotelera in Cancún. Mehr als 20 km auf einer vorgelagerten Landzunge ein Hotelkomplex an den nächsten gereiht. Übrigens, unter 4 Sterne-Hotels ist da nichts zu finden. Auffällig, dass ganz Cancún echt nur vom Tourismus lebt und darauf ausgerichtet ist. Ein ganz anderes Mexiko, als das was ich bis jetzt gesehen habe. War aber schön, mal wieder mit internationalen Gästen im Hotel zu sein. Endlich fühlte ich mich nicht mehr als Ausländer und ständig beobachtet weil auffallend groß.

 

Ansonsten haben wir jeden Tag etwas unternommen, da ich nicht nur im Hotel rumhängen wollte. Auch wenn ich es nach manchmal nur 4h Schlaf liebend gern gemacht hätte, habe ich mich doch jeden morgen aufgerafft, um etwas zu unternehmen. 

So ging es am 2. Tag nach Isla Mujeres, eine kleine Insel vor Cancún. Gleich von der Fähre runter nach gut 20-minütiger Überfahrt wird man an jeder Ecke angesprochen, ob man nicht irgendeinen Trip unternehmen möchte. Ebenso spontan haben wir uns dann entschieden, Schnorcheln zu gehen und hatten quasi unser eigenes Boot mit einem Guide. Hab erst den Schock meines Lebens bekommen, als der Guide auf einmal Brotkrümel ins Wasser warf und tausende von Fischen angeschwommen kamen. Ein super Erlebnis, umgeben von einem riesigen Schwarm von Fischen zahlreicher Arten zu Schnorcheln - Wahnsinn. Und schnell war auch die anfängliche Angst weg, denn die tun echt überhaupt nichts und berühren dich - selbst nur wenige Zentimeter entfernt - zu keiner Zeit. Ebenso auf dem Trip habe ich noch Delfine sehen können und hatte einen knapp 2 m großen Katzenhai auf dem Arm.

 

Am 3. Tag ging es dann weiter nach Tulum und Playa del Carmen. Dort besuchten wir die Maya-Ruinen und waren abermals Schnorcheln. Der Strand dort ist auch einfach der Hammer, wie im Paradies oder Bilderbuch! Jedoch sollte man in Playa del Carmen nicht direkt am Strand vor einem Club parken. Ist nämlich verboten und kostet. Freundlicherweise nehmen die Polizisten dann das Nummernschild ab und warten auf dich. Zum Glück haben die Mexikaner das aber nochmal glimpflich regeln können.

 

Ein weiteres Highlight habe ich mir dann für den 4. Tag aufgehoben: Chichen Itza, eines der neuen 7 Weltwunder. Schon einige Tage vorher habe ich diesen Trip gebucht. Von morgens 7 Uhr bis abends 19:30 Uhr ging es gut 200 km ins Landesinnere. Hieß im Umkehrschluss, um 6 Uhr aufstehen. Leider gab es zu der Zeit noch kein Frühstücksbuffet im Restaurant, aber kein Problem: Zimmerservice angerufen und Essen aufs Zimmer bestellt. All Inclusive machts möglich. Erst ging es vormittags zur "Cenote Ik Kil", eine Art unterirdisches Kalksteinloch mit Süßwasser (Trinkwasserqualität) gefüllt, in dem wir auch schwimmen konnten. Nach Stärkung am Buffet ging es dann weiter nach Chichen Itza - eine alte Pyramidenstätte der Maya. Insbesondere die Hauptattraktion - die Pyramide des Kukulcán - hatte es mir angetan. Wahnsinn, vor der Pyramide zu stehen, in die Hände zu klatschen und das Echo zu hören, das die Pyramide widergibt.

Müde aber völlig beeindruckt trat ich nach 12h den Rückweg zum Hotel an und ließ schließlich den letzten Abend im Hotel ausklingen. Dort in der 24h Open Sportsbar (in der übrigens auch ein Werder-Schal an der Wand hing!) noch einige Freunde kennengelernt - aus Brasilien, England, Holland und den USA. Mit denen haben wir dann auch zusammen den letzten Tag ausklingen lassen - an der hoteleigenen Poolbar, genial!

 

Insgesamt ein unglaublicher Spontan-Trip, der mir 5 Tage lang ein komplett anderes Mexiko gezeigt hat. Cancún und allgemein die ganze Halbinsel Yucatán kann ich jedem nur empfehlen, der Sehnsucht nach Sommer, Sonne und Meer hat. Aber Sonnencreme einpacken nicht vergessen! So habe ich als Andenken mal wieder einen schönen Sonnenbrand mitgebracht, aber bei 34 Grad und Sonnenschein will ich mich nicht beschweren. 

 

 

Viva México - Dia de Independencia

16. September, Unabhängigkeitstag, eines der wichtigsten (wenn nicht sogar das wichtigste) Feste Mexikos. Ein unglaubliches Gefühl, ein Teil davon gewesen zu sein und all dies miterlebt zu haben.

 

Zur Feier der Unabhängigkeit Mexikos ging es für mich vom 14.-16. September nach Guanajuato und San Miguel de Allende. Das Hotel in Guanajuato erfüllte seinen Zweck, viel mehr Positives gibt es aber auch nicht darüber zu erzählen. 4-Bett-Zimmer auf gefühlt weniger als 20m², nur mit Glück mal warme Duschen und ein ansonsten derart verfault riechendes Badezimmer waren schon einige negative Highlights. Aber gut, zum Schlafen für 2 Nächte wars okay.

Der Trip insgesamt war mal wieder super interessant, die Organisation aber auch mal wieder ein wenig chaotisch. Treffen am Samstagmorgen um 7 Uhr bedeutet, dass man mindestens 2einhalb Stunden auf Registrierung und Anmeldung warten muss, bevor endlich der erste Bus losfährt. Blöd nur, wenn die Poolparty am Vortag mal wieder länger und die Nacht mal wieder kürzer wurde. Immerhin konnte ich nach 2einhalb Stunden des Wartens ein wenig Schlaf im Bus nachholen.


Guanajuato erschien mir als kleine, aber dennoch lebhafte Stadt inmitten eines Tales umgeben von Bergen mit vielen verwinkelten Gassen und Häusern in den unterschiedlichsten Farben. Ein wirklich toller Anblick. Ebenso interessant fand ich am nächsten Tag den Besuch des Museos de las Momias. Zwar ein wenig unheimlich, aber nach der Körperwelten-Ausstellung kann mich sowas nicht mehr wirklich schocken. Abends ging es dann weiter nach San Miguel de Allende, um dort den berühmten "Grito de Dolores" anzuhören. Leider regnete es wie schon das ganze Wochenende in Strömen, sodass wir ziemlich durchnässt wieder nachts in Guanajuato ankamen. Aber dennoch bereichert um die Erfahrung, wie viel Stolz und Identifikation die Mexikaner - selbst im strömenden Regen - für ihr Land zeigen.


Wie schon gesagt, hat es das Wetter an dem Wochenende nicht wirklich gut mit uns gemeint. Doch ich will mich an dieser Stelle alles andere als beschweren. Erst durch die Nachrichten Tage später habe ich von den 2 schlimmen Unwettern über Mexiko mit vielen Toten und Verletzten erfahren (angeblich sind 20 von 32 Staaten betroffen). Gott sei Dank, sind wir davon verschont geblieben.

Und noch ein kleines Update zur vergangenen Uni-Woche: Am Montag war Feiertag, am Dienstag fiel ein Kurs aus, da es in der ganzen Uni einen Vormittag lang fast kein Strom gab und in dem anderen Kurs schauten wir fast 2h lang einen Film. Auch nett, dass die Dozentin uns noch vorher 10 Minuten Zeit gibt, um Süßigkeiten u.ä. für das Filmschauen zu kaufen. Heute dann noch eine weitere Überraschung, als auf einmal ein neuer Dozent sich in unserem Kurs vorgestellt hat und dieser den jetzt übernimmt. Macht mir aber auf jeden Fall einen sympathischeren Eindruck. Schließlich dann noch gute 90 min eine Präsentation angehört, ehe es wieder nach Hause ins "Casa Palacio" ging.
Auf dem Rückweg mal wieder an einem Früchtestand angehalten und einen Becher mit Mango, Melone und Ananas für umgerechnet 1,20 EUR gekauft. Ich liebe diese Straßenstände, egal ob sie Früchte, frischgepresste Säfte, Hamburger oder Tacos verkaufen. Sollte es in Deutschland auch geben, einfach unglaublich genial, lecker und hier an fast jeder Ecke zu finden, ein Traum! =)

 

Immer noch auf das Ende der Regenzeit hoffend schicke ich viele Grüße in die Heimat!