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Uni-Alltag in Mexiko: Die ersten Kurse

3 Tage Uni, Mittwochnachmittag - endlich Wochenende. Nach der ersten richtigen Uni-Woche Zeit, über die ersten Erfahrungen zu berichten.

 

Der Weg zur Uni ist immer noch ein Abenteuer und dauert eine gute 3/4 Stunde. Immerhin weiß ich jetzt, welchen Bus (und auch welche Richtung) ich nehmen muss. Jedoch frag ich mich jeden Tag aufs Neue, wie lange diese Busse noch fahren können. Von der Fahrweise auf den Straßen mal ganz zu schweigen. Hauptsache ankommen, egal wie. Hat bis jetzt auch eigentlich noch immer ganz gut geklappt. 

Die Räume an der Uni sind glücklicherweise echt einfach zu finden und ähneln eher Klassenräumen, wie man sie aus der Schule kennt. Richtige Hörsäle, wie man sie von zuhause kennt, gibt es hier nur ganz vereinzelt. Trotzdem darf ich mich glücklich schätzen, einen Kurs in einem solchen Hörsaal zu besuchen, denn diese ähneln hier eher einem Kino mit gepolsterten Sitzen. Unglaublich genial, sollte in Deutschland auch eingeführt werden. Die Gefahr, einzuschlafen, ist auf diesen Sitzen jedoch um einiges größer. 

 Das Niveau meiner Kurse ist völlig unterschiedlich. Manchmal kam ich mir vor wie in der Grundschule, manchmal wie an der Uni. Total merkwürdig. Auffällig jedoch, dass wohl keiner meiner Kurse einer normalen mir bekannten Vorlesung aus Deutschland ähnelt. Es wird viel mehr Wert auf Gruppenarbeit, Hausaufgaben und Präsentationen gelegt. Ich glaube, einige Dozenten hören sich das gesamte Semester über nur Präsentationen an - Mexiko eben. Wir wurden bereits in Gruppen eingeteilt und haben z.T. auch schon unser Thema bekommen. Mit wie viel Arbeit das jedoch verbunden ist, kann ich noch nicht sagen. Ich habe bis jetzt erst eine Präsentation einer Gruppe gehört - sorry, aber das war mit Abstand die qualitativ schlechteste Präsi, die ich je angehört habe. Keine Ahnung, was hier als Standard erwartet wird. Das wird sich wohl die nächsten Wochen zeigen. In einem anderen Kurs haben wir ebenfalls Gruppen gebildet und bekamen eine leere Weltkarte vorgelegt. Die folgenden 60 Minuten sollten wir dann damit verbringen, die Namen aller uns bekannten Länder einzutragen. Wahnsinn, was die Mexikaner alles (nicht) lernen.

Heute schien dann noch die Dozentin 30 Minuten der Stunde damit totzuschlagen, dass man sich so schnell wie möglich die Namen der Kommilitonen merken und wieder aufsagen soll. Ich war ebenso überfordert mit der Aufgabe wie die Mexikaner mit meinem Namen. Die restliche Zeit der Stunde wurde übrigens damit genutzt, dass sich vor der Gruppeneinteilung jeder vorstellt und sagt, wie viel er studiert und arbeitet. Damit jeder weiß, mit wem er es in seiner Gruppe zu tun hat. Fand ich auch irgendwie überflüssig, aber okay. Nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit hat sich dann auch der letzte der knapp 40 Kommilitonen mit seinem wöchentlichen Arbeitspensum vorgestellt. Ob nötig oder nicht, darüber lässt sich streiten, ebenso ob es hilfreich ist oder nicht, wir werden sehen. 

Wie gesagt, Hausaufgaben gibt es auch nach jeder Stunde auf, fühle mich echt wie in die Schulzeit zurückversetzt. Zusammenfassungen, Artikel kommentieren und all sowas. Mal schauen, mit wie viel Arbeit das alles verbunden ist. Klingt jetzt noch alles ziemlich viel, aber nach meinen ersten Eindrücken der Mexikaner hier, müsste das dennoch machbar sein. Mal schauen, was die nächsten Wochen bringen.

 

Und noch etwas Off-Topic: Endlich geschieht mal was hier. Putzfrau ist wieder da gewesen, der Pool wird auch mal gereinigt und nach 2 Wochen kam auch endlich mal der viel versprochene Wasser-Lieferant. Erstmal mit 100 Litern eingedeckt. Muss für eine Woche reichen. 

 

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28.08.2013

29.8.13 00:11

Letzte Einträge: Halbzeit!, Nevado de Colima (oder: Deutsche Temperaturen auf 4330 Metern), Let's go to the beach! Sayulita & Puerto Vallarta, La Huasteca Potosina, Fußball, Lucha Libre und Semesterende, Baja California - La Paz & Cabo San Lucas

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