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Nevado de Colima (oder: Deutsche Temperaturen auf 4330 Metern)

Samstag, 19. Oktober, 04:30 Uhr und der Wecker klingelt. Nach einer (viel zu) kurzen Nacht hieß es früh morgens aufstehen, Wanderschuhe anziehen, Rucksack packen und vorbereiten für den Tagesausflug auf den Nevado de Colima, schließlich war um 05:45 Uhr der Treffpunkt angesetzt. Noch halb verschlafen machten wir uns also auf den Weg (ohne nicht noch vorher beim Frühstück die letzten Party-Heimkommer aus dem Haus zu begrüßen), in der Hoffnung, noch einige Stunden Schlaf auf der gut 3-stündigen Busfahrt nachzuholen. War aber nur bedingt erfolgreich, da der Bus den letzten Teil der Fahrt ca. 1 Stunde lang den Berg hochfuhr und uns auf ca. 3800 Metern absetzte. Leider war die Straße gepickt mit Löchern wie in einem schweizer Käse, was für Mexikaner aber nicht heißt, dass man deswegen langsam fahren muss. Eine Achterbahnfahrt ist nichts dagegen, aber immerhin war ich am Vortag nicht feiern - die Fahrt wäre sonst sicherlich noch abenteuerlicher geworden. Ausgesetzt auf 3800 Metern hatten wir dann die erste Möglichkeit, den Nevado de Colima aus der Ferne zu betrachten und uns mit unserem "Gegner", den es heute zu erklimmen galt, vertraut zu machen. Leider war dieses Erlebnis erst einmal mit 2 Schocks verbunden: 1.) Aus dem Bus heraus sah der Sonnenschein draußen ja noch ganz angenehm aus. Nicht aber, wenn man draußen Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad zu spüren bekommt. Immerhin das bewährte Zwiebelprinzip angewendet (da ich hier absolut keine Klamotten für solche Temperaturen habe) und 3 T-Shirts und Pullover übereinander angezogen - läuft!. 2.) Die Luft war auf einmal ziemlich dünn. Man versucht zu atmen und hat das Gefühl, einfach keine Luft zu bekommen. Ein erster Vorgeschmack auf das, was uns noch erwarten sollte.

 Schließlich ging es noch ein Stückchen weiter mit dem Bus (die "Straße" ähnlich schlecht wie vorher), ehe wir uns auf die fast 3-stündige Wanderung machten. Eine Wanderung war es jedoch nur anfangs - und selbst da musste ich alle paar hundert Meter stoppen, da man ständig das Gefühl hatte, keine Luft zu bekommen - später war es dann mehr eine Klettertour. Über felsiges Gelände ging es die letzten paar hundert Höhenmeter nach oben, was nicht minder an den Kräften zehren sollte. Schließlich aber erreichten wir doch alle den Gipfel und hatten knapp 2h Zeit, um uns auf 4330 Metern auszuruhen, die deutschen Temperaturen von 5 Grad zu "genießen" und um über den Wolken Bilder zu machen.

Der Abstieg sollte zwar schneller von der Hand gehen, war aber nicht minder gefährlich. Gerade auf dem felsigen Teilstück des Abstiegs traten wir immer wieder auf lockere Felsbrocken, die zu rutschen begannen und es war wirklich oberste Vorsicht geboten. Immerhin hatte ich beim Abstieg - erstaunlicherweise - kein Problem mehr mit dem Sauerstoff, sodass wir nach knapp 2h wieder alle beim Treffpunkt am Bus ankamen und die Rückfahrt in Angriff nehmen konnten. Erneut eine teilweise Achterbahnfahrt, die seinesgleichen sucht, und auch besonders lustig, da der Bus bergab ja noch schneller über die Schlaglöcher und Bodenwellen fahren kann. Immerhin waren wir gegen 21 Uhr wieder zuhause, erschöpft aber glücklich und mit jede Menge Bildern im Gepäck. Dachte ich zumindest, bis ich die Kamera an den PC anschloss und keine Dateien auf der Speicherkarte finden konnte, na super. Bilder hole ich mir aber noch von den anderen und reiche sie dann nach.

28.10.13 17:39

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